![]() |
||||||||||
GEMESE HELMUT auf großer Tour TRONTHEIM - OSLO 540km ![]() Letztes Jahr bin ich mit einem Freund Mailand - San Remo gefahren. Bei dieser Veranstaltung erzählten einige Teilnehmer von Trondheim-Oslo. Die Idee es ihnen gleichzutun war geboren. Ich visualisierte Mittsommernacht, herrlichen Sternenhimmel und warme Temperaturen. Als mein Reiseveranstalter mir eine Woche vor Abreise die genauen Informationen über die Fahrt zukommen ließ, stand in der Rubrik Bekleidung: Langarmtrikot, lange Hose , Winterhandschuhe etc. ich sollte mich eher auf eine Mittwinternacht einstellen.. Ich googlelte jeden Tag den Wetterbericht ,der mir 80%Regenwahrscheinlichkeit bei 10 Grad am Renntag anzeigte. Am Mittwoch den 22.6 um 23 Uhr fahren wir von Karlsruhe los. Wir starteten zu viert und sammelten die restlichen Mitfahrer auf der Autobahn nach Kiel ein. Mittags um 14 Uhr legte die Fähre ab. Bei der Ankunft am nächsten Morgen in Oslo regnete es in Strömen. Der Zoll meinte es diesmal besonders gut. So traten wir mit Verspätung die Weiterfahrt nach Trondheim an. Es ging entlang der Strecke, die am nächsten Morgen mit dem Rad zu bewältigen war. Nach 6 Stunden im Auto erreichten wir den höchsten Punkt auf dem Dovrefyell auf 1100 m. Die tief hängenden Regenwolken wabberten über die Höhen und die Temperatur war 6 Grad. Das „Beine vertreten“ gestaltete sich kurz und jeder war wieder froh, im warmen Auto zu sitzen. Es waren noch 160 km nach Trondheim, die jetzt bergab mit dem Auto und morgen bergauf mit dem Fahrrad zu bewältigen waren. Freitagabend um 19 Uhr holten wir unsere Startunterlagen ab. Es herrschte geschäftiges Treiben rings um das Wettkampfbüro. Lkws voll mit Rennrädern wurden ausgeladen und die Teams trafen letzte Vorbereitungen. Wir bezogen unser Hotel und gingen anschließend zum Abendessen. Bei der Präsentation der Rechnung konnte man den Eindruck gewinnen, man hätte Anteile am Restaurant gewonnen. Vor dem Schlafengehen begaben wir uns zum Startplatz der in der Nähe des Hotels lag. Um 23 Uhr starten dort die Langzeitgruppen die länger als 30 Stunden für die Strecke eingeplant hatten. Nachdem wir die Gruppen mit einem aufmunternden „Heya , Heya“ in die Nacht verabschiedeten, gingen wir ins Hotel. Mein Zimmergenosse Franz, der schon 35 Jahre Rennrad - Erfahrung hat, schlief sofort ein. Währenddessen ich vor Nervosität alle Variationen der Klamottenwahl für den nächsten Tag durch ging. Nach kurzer Nacht ging es um 6:30 zum Frühstück, 7:30 Startaufstellung, 7:50 Start. Insgesamt waren ungefähr 2600 Teilnehmer gemeldet, die ab 6 Uhr morgens in Gruppen von circa 50 Personen in drei bis fünf Minuten Abständen starteten. Wir waren in einer Gruppe eingeteilt, die 20 Stunden angepeilt hatte. Je schneller die Gruppen, desto früher der Start. Das Wetter war einigermaßen. In der Nacht hatte es noch kräftig geregnet, die Straße war mit Pfützen übersät, der Regen jedoch hatte aufgehört, die Temperatur war 8 Grad und ordentlich Gegenwind blies uns entgegen. Unsere Zusammengewürfelte Deutsche Gruppe, die der Veranstalter zusammengestellt hatte, umfasste ca. 30 Fahrer, die zügig in zweier Reihen Trondheims Stadtgrenze auf der Schnellstraße E6 hinter sich ließ. Das Wetter wurde besser, es kam sogar zeitweise die Sonne durch. Die Arbeit im Wind funktionierte überraschend gut und wir freuten uns, dass wir nach 80 km schon 2 Norwegische Gruppen überholt hatten. Dieses sollte sich später als taktischer Fehler herausstellen. Denn was wir nicht wussten war, dass die Norwegischen Gruppen Begleitfahrzeuge und eigene Verpflegungsstellen an der Strecke hatten. Während wir die Verpflegungsstellen des Veranstalters nutzen mussten, fuhren die Gruppen an diesen vorbei und wir mussten alleine weiter fahren, was am Ende mehr Kraftaufwand im Wind bedeutete. Taktisch wäre es besser gewesen, mehr Trinken und Essen mitzunehmen, um an der ein oder anderen Verpflegungsstelle vorbei fahren zu können. Die Norwegische Landschaft ist grandios, es geht vorbei an Wasserfällen und über das Hochmoor auf 2000m Höhe. Der Wind allerdings meinte es nicht so gut mit uns. Auf den ersten 200 km fuhren wir einen Schnitt von 32 Km/h .Bei der Ortschaft Otta hatte unser Reiseveranstalter auf dem Campingplatz eine Hütte gemietet. Dort gibt es Nudeln, Kaffee und Kuchen. Ich wechselte noch mal die Jacke von Regen auf Wind und nach einer Pause von 25 Minutenfuhren wir zu fünft weiter. Zur nächsten Verpflegung in Lillehammer waren es noch 100 km. Franz , Wolfgang, Thomas und ich wechselten uns im Wind ab. Nach gut einer Stunde kam ein großes Norwegisches Team von Hinten angerauscht. Die Gruppe fuhr mit gut 40 kmh an uns vorbei und wir hängten uns bis Lillehammer hinten dran. Leider verloren wir die Gruppe wieder an der Verpflegungsstelle. Dieses Spiel ging die nächsten 200km so weiter. Mal hatten wir Windschatten, mal fuhren wir 100km allein. Nachts wurde es schlagartig kalt von tagsüber 15 Grad fiel das Thermometer auf 5 Grad .Wir waren froh noch Windjacke und Beinlinge in den Trikottaschen zu haben. Wärmer war es jedoch den zahlreichen Zuschauern , die dank Mittsommernachtsfeiern und reichlich Alkohol sich zu ausgelassenen Feiern am Straßenrand einfanden. Die Anfeuerungsrufe „ Heya, Heya“ taten uns gut und so motiviert bogen wir bei Kilometer 523 auf die Stadtautobahn von Oslo ein. Von der dreispurigen Fahrbahn war eine für die Teilnehmer gesperrt und es war ein tolles Gefühl , mit dem Rennrad auf einer Autobahn unterwegs zu sein. Um 2.15 war unsere kleine Gruppe im Ziel. Reine Fahrzeit 17 Stunden 10 Minuten brutto d.h. mit Pausen 18 Stunde 22 Minuten hatten wir 540km bewältigt. Wir waren glücklich und zufrieden!! ![]() 689. Helmut Geisler-Schnatz Vitargo Team Germany/Velotravel Menn 50-54 år Oslo 540 km 18:22:36 29.39 km/t Eidsvoll 470 km 16:10:06 29.07 km/t Hamar 410 km 13:54:30 29.48 km/t Lillehammer 350 km 11:27:47 30.53 km/t Dombås 200 km 6:18:04 31.74 km/t Plass overalt: 888 av 2526 Plass kjønn: 856 av 2309 Plass klasse: 99 av 264 neuestes
Update: 21.12.2010
- Aktuell
| ||||||||||
![]() | ||||||||||